Christine Zeiler (Founder)

Die Rolle der Pensionistin spielt unsere Christine nicht sehr überzeugend, ganz im Gegensatz zu ihrer Rolle in unserer Gruppe. Als Gründerin und Herz der EDG19 können wir uns Probenzeiten ohne ihre “Probenplan-Änderungs”-Mails und “Lernt-gefälligst-euren-Text”-Aufforderungen nicht vorstellen. Obwohl sie nie glaubt, dass wir es rechtzeitig schaffen werden, ist sie mit vollem Elan (und gegen Ende voller Stress) bei der Sache – was wahrscheinlich die Ursache dafür ist, dass wir es dann doch jedes Mal schaffen. Danke, Christine, du hast uns mit dem Theaterspielen neue Welten eröffnet!


Theaterspielen ist persönlichkeitsbildend – es ist Begabungsförderung im besten Sinn.

Die Lauten, Starken lernen sich in die Gruppe einzufügen, auf andere einzugehen und Rücksicht zu nehmen. Die Leisen, Schüchternen lernen, auf einer Bühne vor einem hundertköpfigen Publikum zu bestehen, laut und deutlich zu sprechen und Gefühle auszudrücken. Ein gemeinsames äußeres Ziel schmiedet eine zusammengewürfelte Gruppe  ganz verschiedener Altersklassen zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen, die diesem Ziel letztlich alles unterordnet, um zum Erfolg zu kommen. Die Mitglieder dieser Truppe schließen dauerhafte Freundschaften und werden sich ein Leben lang an diese Aufführungen in ihrer Schulzeit erinnern.

Einen Text zum Leben zu erwecken, Charaktere mit Persönlichkeit zu füllen und in ein realistisches Umfeld zu stellen fordert die Fantasie, verlangt Ideen und ist Lernen im besten, motivierenden Sinn. Der Erfolg macht stolz und stärkt das Selbstbewußtsein, für uns alle die conditio sine qua non für ein erfülltes Leben.

Es waren wohl diese Erkenntnisse – damals nur gefühlsmäßig vorhanden und mir selbst kaum bewußt- die mich dazu veranlassten, im Zuge meiner langjährigen Tätigkeit als Englischlehrerin am Billrothgymnasium im Jahr 1991 eine unverbindliche Übung “Bühnenspiel in englischer Sprache” anzubieten, aus dem sich die English Drama Group des GRG XIX entwickelte.  In insgesamt fast 50 Aufführungen gelangten in den Jahren 1992 bis 1998 und 2004 bis 2008 26 verschiedene Szenen und Stücke zur Aufführung. Tourneen zu Jugendtheatertagen in Kärnten und der Steiermark, nach Tschechien, Slowenien und Dänemark rundeten unsere heimischen Erfolge ab.

Ich selbst bin an der Aufgabe, diese Truppe zu führen im Laufe der Jahre gewachsen und habe an Einfühlungsvermögen und “Gespür” für meine Schüler dazugewonnen. Der so ganz anders geartete Unterricht in den Bühnenspiel-Stunden mit Lachen, Weinen, Gefühlsausbrüchen und viel Humor hat mir den nötigen Abstand zum oft aufreibenden und nicht selten auch  frustrierenden Alltag in der Schule ermöglicht. Dafür danke ich allen Mitgliedern der English Drama Group von 1991 bis 1998 und von 2003 bis 2008.

Mit meiner Pensionierung im Herbst 2008 löste sich die EDG des Billrothgymnasiums naturgemäß auf. Der Wunsch nach einer Fortsetzung des Theaterlebens bei mir wie bei vielen ihrer damaligen und früheren Mitglieder war allerdings stark genug, um das Ensemble im Frühjahr 2009 als freie Gruppe wiedererstehen zu lassen. Mit “Bottom´s Dream” von Alan Poole hat sie im Mai 2009 ihre ersten erfolgreichen Aufführungen auf die Bühne gestellt.

Mehrfach haben sich, durch ihre Tätigkeit in der EDG angeregt, “dramatische Ableger” gebildet, die nach dem Verlassen dieser Schule ihre eigene Truppe gebildet und über Jahre weiter Theater gespielt haben. Der vorläufig letzte dieser Ableger ist mit “aWanti Elefanti” derzeit in der jungen Theater-Szene aktiv und freut sich über regen Besuch seiner Homepage.

http://www.awanti.at/

Dr. Christine Zeiler